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Die Wichtigkeit des Stillens

Babys brauchen Muttermilch! Das hat Mutter Natur so vorgesehen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist der Ansicht, dass unter gesundheitsfördernden Gesichtspunkten diese Rangfolge maßgebend ist:

1) Stillen
2) Abgepumpte und dem Kind auf andere Art gefütterte Milch der eigenen Mutter
3) gespendete Milch einer anderen Mutter
4) künstliche Säuglingsnahrung

Künstliche Säuglingsnahrung mit Muttermilch auf eine Stufe zu stellen, wie es die Säuglingsnahrungshersteller in ihren Werbekampagnen versuchen, ist Unsinn. Fakt ist: die Gabe von künstlicher Säuglingsmilch ist keine qualitativ gleichwertige Alternative, sondern letzte Wahl.

Muttermilch ist perfekt auf die Bedürfnisse eines Säuglings abgestimmt. Sie enthält in der richtigen Zusammensetzung alle Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe, die für die körperliche und geistige Entwicklung notwendig sind. Muttermilch ist leicht verdaulich, keimfrei, wohl temperiert und jederzeit verfügbar.

Die in der Muttermilch enthaltenen Abwehrstoffe helfen beim Aufbau des kindlichen Immunsystems. Kinder, die mit künstlicher Säuglingsnahrung ernährt werden, erkranken häufiger und schwerer, leiden eher unter Allergien und haben höchstwahrscheinlich einen geringeren Intelligenzquotienten als Stillkinder.

Die Vor- oder Neugeborenenmilch in den ersten Tagen nach der Geburt, bevor der eigentliche Milcheinschuss erfolgt, heißt Kolostrum. Das Kolostrum hat eine cremige Konsistenz, enthält viel Eiweiß, die Vitamine E, A und K, verschiedene Zucker und ist besonders reich an Abwehrstoffen, die vor Krankheiten schützen. Das Kolostrum wirkt abführend, so dass das Neugeborene seinen ersten Stuhlgang (Kindspech oder Mekonium) leicht ausscheiden kann. Von Anfang an sollte ein Neugeborenes nach Bedarf angelegt werden, denn das Saugen an der Brust fördert die Milchbildung. Obwohl das Kolostrum nur tröpfchenweise fließt, brauchen dem Neugeborenen weder Glukoselösungen noch Tees gegeben werden, um die Zeit bis zum Milcheinschuss zu überbrücken.

Stillen erhöht die Überlebenschancen von Frühchen.
Mütter, die ein Frühchen zur Welt bringen, haben eine spezielle Milchqualität, die z. b. das noch unreife Hirn des Kindes mit genau abgestimmten Mengen einer speziellen Fettsäure versorgt. Weiterhin enthält sie hohe Anteile von Abwehrstoffen, die vor Darmentzündungen schützen. Bei der Gabe von künstlicher Säuglingsnahrung dagegen steigt das Risiko beim Frühchen für eine instabile/n Atmung/Kreislauf.

Neben den ernährungsphysiologischen Aspekten des Stillens sind die emotionalen von großer Bedeutung. Die enge Beziehung zwischen Mutter und Kind, die sich während der Schwangerschaft aufgebaut hat, wird durch das Stillen fortgesetzt. Stillen fördert sowohl den Mutterinstinkt als auch das Urvertrauen des Kindes. Stillen ist Nahrung für Körper UND Seele.

Muttermilch lässt sich nicht reproduzieren. Künstliche Säuglingsnahrung wird, trotz hohem verfahrenstechnischen Aufwands, nie so perfekt in Art und Zusammensetzung hergestellt werden können, wie die Natur es vormacht.

Stillen spart Geld und Zeit und ist ein Beitrag zum Umweltschutz. Durchschnittlich ist allein für die Anfangsnahrung mit Kosten von ca. 500 Euro zu rechnen. Hinzu kommen Kosten für Fläschchen, Sauger, eventuell einen Vaporisator, Flaschenwärmer, Strom und Wasser. Künstliche Säuglingsnahrung muss hergestellt, verpackt und zum Kunden transportiert werden. Dafür wird Energie verbraucht und Abgase in die Luft geblasen. Der Müll muss entsorgt werden.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO und UNICEF empfehlen, alle Kinder mindestens 6 Monate voll und parallel zur Einführung von fester Nahrung weiter nach Bedarf zu stillen, bis zur Vollendung des 2. Lebensjahres und darüber hinaus, solange Mutter und Kind zufrieden sind. Beide Organisationen stimmen überein: ideal wäre es, wenn das Kind den Abstillzeitpunkt selbst bestimmen dürfte. Weltweit liegt das durchschnittliche Abstillalter der Kinder etwa bei 4 Jahren.

Viele Frauen sind der Meinung, sie könnten nicht stillen, weil sie einen zu kleinen Busen hätten, oder einen zu großen, weil ihre Mütter auch schon zu wenig Milch hatten, um ihre Kinder satt zu bekommen, weil ihre Milch nicht nahrhaft genug sein könnte, weil sie sowieso zu wenig wiegen und das Stillen noch mehr auslaugen würde, etc. pp. Dies sind alles unbegründete Ängste, die durch Fehlinformationen geschürt und von Ammenmärchen am Leben erhalten werden.

Richtig ist, dass 98 von 100 Frauen physiologisch voll stillen können. Bereits während der Schwangerschaft verändert sich die Brust und beginnt sich auf die zukünftige Milchproduktion einzustellen. Das Brustdrüsengewebe wird vermehrt. Die Größe des Busens hat nichts mit der Fähigkeit, stillen zu können zu tun.

Stillen ist ein inniges Geben und Nehmen zwischen Mutter und Kind. Ein Neugeborenes sucht instinktiv gleich nach der Geburt die Brust der Mutter. Durch das Saugen an der Brust werden Hautnervenreize erzeugt, die die Hormone Prolaktin und Oxytocin freisetzen. Das Oxytocin löst den Milchspendereflex aus, d. h. Milchbläschen und Milchgänge im Brustdrüsengewebe ziehen sich zusammen und drücken die Milch aus der Brustwarze. Der Milchspendereflex wird häufig als Ziehen und Kribbeln nach dem Anlegen des Kindes wahrgenommen. Das Prolaktin regt die Milchbläschen zur Milchproduktion an. Es wird durch den Saugreiz an der Brust freigesetzt. Je häufiger ein Kind angelegt wird und an der Brust saugt, desto mehr Milch wird produziert. Ein Kind, das nach Bedarf gestillt wird, d. h. ohne zeitliche Stillabstände einzuhalten, immer wenn es möchte, stellt die Milchmenge genau auf seinen Verbrauch ein. Bei Gabe von künstlicher Säuglingsnahrung oder z. B. Tee oder der Einhaltung von starren Stillabständen, beispielsweise der legendären 4 Stunden, wird das sensible Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage gestört, und es heißt: ich habe zu wenig Milch.

Die Zusammensetzung der Muttermilch im Vergleich von Frau zu Frau ist praktisch konstant bezogen auf das Alter des Säuglings. Nur, wenn es Müttern nicht möglich ist, sich ausreichend zu ernähren, Beispiel Hungersnot, wirkt sich das negativ auf die Milchbildung und -zusammensetzung aus. Eine Frau, die sich einigermaßen gesund ernährt, wird durch das Stillen weder gesundheitlich beeinträchtigt, noch ist das Stillen verantwortlich für Übermüdung und Gereiztheit. Vielmehr sind es die veränderten Lebensumstände, die Verantwortung voll und ganz für einen hilflosen, kleinen Menschen tragen zu müssen, oft ohne besondere Hilfestellung im Haushalt oder bei der Betreuung größerer Geschwisterkinder, die Mütter an den Rand ihrer Belastbarkeit bringen.

Mütter sollen stillen! Auch das hat Mutter Natur so vorgesehen. Stillen ist für Mütter gesund.

  • Frühes Anlegen des Babys gleich nach der Geburt bewirkt, dass durch das Saugen an der Brust das Hormon Oxytocin im Körper der Frau gebildet wird, das u. a. dafür sorgt, dass sich die Gebärmutter kräftig zusammenzieht. Hierdurch kann sich die Plazenta schneller von der Gebärmutterwand ablösen und es blutet weniger. Auch in den nächsten Tagen zieht sich die Gebärmutter bei jedem Stillen kräftig zusammen, so dass sie schneller klein wird und die Mutter weniger Blut verliert.
  • Stillen vermindert das Risiko der Mutter, an Krebs zu erkranken. Frauen, die längere Zeit stillten oder mehrere Kinder stillten, erkranken seltener an Brustkrebs oder Eierstockkrebs. Untersuchungen haben ergeben, dass Mütter, die insgesamt länger als zwei Jahre stillten, ein um 43% geringeres Risiko für Brustkrebs haben.
  • Weil die Knochendichte mit jedem gestillten Kind zunimmt, erkranken nicht stillende Mütter später häufiger an Osteoporose.
  • Das Stillen kann auf einzigartige Weise die in der Schwangerschaft begonnene Beziehung zwischen Mutter und Kind fortsetzen. Bereits Minuten nach der Geburt kann das Baby, von angeborenen Instinkten geleitet, durch seine suchende Mundbewegung deutlich machen, dass es gestillt werden möchte. Es kann sogar aus eigener Kraft die Brust der Mutter finden, die Brustwarze mit dem Mund erfassen und zu saugen beginnen. Die Mutter kann ihre Fähigkeit schätzen lernen, ihr Kind zu ernähren und für es zu sorgen, während das Kind das Saugen an der Brust und den direkten Körperkontakt genießt. Die Sicherheit und Geborgenheit, die es hierbei zusammen mit Mutters Stimme, ihrem Geruch und dem der Milch erfährt, tragen dazu bei, dass sich im Kind die Wurzeln des Urvertrauens voll entfalten können.
  • Stillen, vor allem in der Nacht, stimuliert die Freigabe von Prolaktin, einem Hormon, welches das Bewusstsein der Mutter für ihr Baby erweitern kann, siehe Ziffer 4. Je höher der Prolaktinspiegel der Mutter, desto größer ist ihre Fähigkeit, geduldig zu sein bei gleichzeitigem Rückgang ihres individuellen Schlafbedürfnisses. Mütter, die nicht stillen, leiden stärker unter dem Schlafentzug, fühlen sich ausgelaugter und sind anfälliger für Stress.
  • Unter bestimmten Umständen* trägt Stillen auch zur Unterdrückung der Ovulation bei und hilft, zeitlich dicht aufeinanderfolgende Schwangerschaften zu vermeiden (Risikoschwangerschaft lt. Mutterpass Ziffer 25 – Rasche Schwangerschaftsfolge weniger als 1 Jahr).
  • (* Laktations-Ammenorhoe-Methode:
  • Monatsblutung hat noch nicht wieder eingesetzt /keine vaginalen Blutungen nach dem 56. Tag nach der Geburt
  • UND
  • weder regelmäßig zugefüttert wird, noch ein längerer Zeitabstand als vier Stunden tagsüber/sechs Stunden nachts zwischen zwei Stillmahlzeiten liegen
  • UND
  • das Baby jünger als sechs Monate ist
  • ->
  • die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit beträgt weniger als 2%.



Quellen:
Stillen – der beste Start ins Leben, Broschüre der Gesundheitsbehörde Hamburg
LaLecheLiga Deutschland e.V.
gesehen bei Rabeneltern.org