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Kurze Einführung in Windelfrei

Wie funktioniert die Methode?

Windelfrei heißt nicht, dass man seinem Neugeborenen durch eine bestimmte Erziehungsform beibringen kann, sofort auf das Töpfchen zu gehen. Das System funktioniert eher umgekehrt. Die Mutter und der Vater müssen das Baby so gut kennenlernen, dass sie wissen (spüren), wann das Kind ein Bedürfniss hat, und es dann im richtigen Moment abhalten. Dabei geben sie dem Kind durch einen Schlüssellaut zu verstehen, dass nun der richtige Zeitpunkt ist. Später wird das Kind nach Möglichkeit seine Bedürfnisse zurückhalten und auf das Abhalten und den Schlüssellaut warten.

Anstatt also Windeln zu benutzen, stellen sich die Eltern auf das Kind ein und widmen ihm die benötigte Aufmerksamkeit und Zeit für die Sauberkeitspflege. Das Kind wird, wenn es seine Signale gibt, über einem Gefäß, dem Wasch- becken oder der Toilette abgehalten.
Es spricht nichts dagegen, Windeln und windelfreie Sauberkeitserziehung zu kombinieren. Dabei ist natürlich immer auf die Bedürfnisse des Kindes zu achten. Zu viele Wechsel in der Routine können das Baby verwirren oder das nötige Vertrauen und die Mitmachbereitschaft entsehen nicht.
Bis Eltern die Signale ihres Babys richtig deuten können und seine Bedürfnisse kennen, ist es ratsam, die ersten zwei bis vier Monate zusätzlich Windeln oder wasserfeste Unterlagen zu benutzen. Wichtig ist, sich nicht selber unter Druck zu setzen. In dieser Phase sollte schon mit den Schüssellauten während der Ausscheidungen begonnen werden.
Erst spät (nach dem 6. oder gar 9. Monat) zu beginnen, ist schwieriger, da das Baby nicht gelernt hat, selber auf seine Ausscheidungsbedürfnisse zu achten.
Die Voraussetzung dafür, die Windelfrei-Methode auch nachts anwenden zu können, ist natürlich, dass das Baby mit im Familienbett schläft.

Schlüssellaute:
Die Eltern können einen oder zwei beliebige Schüssellaute für Pipi und Kaka wählen. Es kann ein ein Wort (z.B. Pipi, Kaka) benutzt werden oder ein Laut. Häufig wird ein Zischen benutzt, dass an fließendes Wasser erinnert. Wichtig ist, ein eindeutiges Signal zu finden, das nicht im Alltag verwendet wird.

Woran erkenne ich, dass mein Baby mal muss?

Das kann Dir niemand vorsagen – das musst Du selber herausfinden.

Am besten ist es, sein Baby für einen oder mehrere Tage ohne Windeln auf eine saugfähige Unterlage zu betten oder Stoffwindeln ohne Überhose zu benutzen, um seine Ausscheidungsbedürfnisse und seine individuelle Körpersprache kennen zu lernen.

Hier ein paar Tipps, worauf Du dabei achten kannst:
- Das Kind wird unruhig
- es quengelt
- es wird ganz ruhig, in sich gekehrter Blick
- es legt den Kopf schief
- es verzieht einen oder beide Mundwinkel
- es sucht Deinen Blickkontakt und Deine Nähe
- es sind Darmgeräusche zu hören
- es krümmt sich, erhöhte muskuläre Anspannung

Manche Babys machen ihre Ausscheidungen zu bestimmten Tageszeiten oder in bestimmten Situationen im Tagesablauf. Viele Babys haben zum Beispiel direkt nach dem Schlafen oder beim Stillen ein Ausscheidungsbedürfniss. Im Tiefschlaf machen Babys übrigens in der Regel kein Pipi.
Ein Baby macht zwischen 12 und 18 Mal am Tag. Sobald es spürt, dass Du auf seinen Rhytmus achtest, wird es versuchen zu warten, bis Du seine Signale erkennst.

Wer viel mit seinem Kind zusammen ist, bekommt eine Art Inuition, was seine Bedürfnisse angeht.

Wie und wo halte ich mein Baby ab?

Wenn ein Baby die Signale zur Ausscheidung gibt, muss rasch gehandelt werden. Daher ist es praktisch, ein Gefäß (Schüssel) für diesen Zweck immer in Reichweite zu haben. Über der Toilette oder dem Waschbecken geht es aber auch sehr gut. Die Haltung sollte jedenfalls für beide bequem sein und viel Körperkontakt erlauben (das Baby dabei im Arm halten und nicht absetzen).

Lohnt sich der Aufwand?

Abgesehen davon, dass heutzutage leider kaum noch Zeit da ist, sich so intensiv mit seinem Kind zu beschäftigen, ist es eine Herausforderung, die Körpersprache des Babys aus Lauten, Gesten, Mimik und Verhalten richtig zu interpretieren.

Es ist sicherlich keine Methode für Perfektionisten. Dass etwas daneben geht, gehört genauso dazu. Außerdem erfordert die natürliche Sauberkeitspflege viel Aufmerksamkeit und Zeit.

Die Windelfrei-Methode mit Windeln zu kombinieren und im Tagesablauf nur zu begrenzten Zeiten zu praktizieren, kann trotzdem schon eine enge Beziehung und viel Vertrauen zwischen dem Kind und den Eltern entstehen lassen. Oft ist es einfacher, den Zeitpunkt des großen Geschäfts zu bestimmen, als das Ausscheiden von Pipi vorrauszusehen. Wer sonst waschbare Windeln benutzt, erspart sich dadurch schon viele Waschgänge.

Natürlich läuft der Po ohne Windeln und dem darin herrschenden Mikroklima weniger oder gar nicht Gefahr, wund zu werden.